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Alenia Aermacchi
Alenia Aermacchi S.p.A.
Rechtsform - Società per azioni
Gründung - 2012
Auflösung - 1. Januar 2016
Auflösungsgrund - Eingliederung in Leonardo
Sitz - Varese, Italien
Mitarbeiterzahl - 12.000
Umsatz - 2,8 Mrd. Euro (2010)
Branche - Flugzeugbau
Alenia Aermacchi war ein italienischer Flugzeughersteller mit Sitz in
Venegono Superiore bei Varese (Lombardei). Das Unternehmen gehörte zum
Finmeccanica-Konzern, der Anfang 2012 Aermacchi und Alenia Aeronautica
fusionierte und damit neben AgustaWestland den führenden Hersteller von
Luftfahrttechnik in Italien schuf. Am 1. Januar 2017 ging Alenia
Aermacchi ganz in Leonardo auf.
Geschichte
Aermacchi, früher nur als Macchi bekannt, war rund 100 Jahre im
Flugzeugbau aktiv. Alenia Aeronautica entstand aus der ebenfalls
traditionsreichen Flugzeugbausparte von Fiat, die 1969 mit anderen
Firmen im Staatsunternehmen Aeritalia aufging und nach einer weiteren
Fusion zu Alenia wurde.
Alenia
Die Flugzeugbausparte von Fiat entstand 1908, als man aus Motoren für
Rennwagen einen ersten Flugzeugmotor entwickelte. In dieser Tradition
steht heute das Unternehmen Avio Aero, das an der Entwicklung und am Bau
der Modelle Turbo-Union RB199 und Eurojet EJ200 beteiligt war. Fiat
gründete 1916 kriegsbedingt die Firma Società Italiana Aviazione, die
unter anderem Flugzeuge der Pomilio P-Typen in Lizenz baute, mit der SIA
7 und der SIA 9 dann auch erste eigene Modelle. Die SIA wurde 1918 in
Fiat Aviazione umbenannt. Unter dem Chefkonstrukteur Celestino Rosatelli
baute das Unternehmen etliche bekannte Doppeldecker-Modelle, darunter
die Fiat CR.20, die CR.32 und die CR.42, sowie den Bomber Fiat BR.20.
Von dem späteren Chefkonstrukteur Giuseppe Gabrielli stammen die
Flugzeuge der G-Reihe, darunter die Fiat G.55, die Fiat G.91 und das
Transportflugzeug G.222, das bereits unter dem Firmennamen Aeritalia
verkauft wurde.
Aeritalia wurde 1969 in Neapel gegründet, als sich die Flugzeugbauer von
Fiat mit Aerfer und Salmoiraghi zu einem neuen Konzern zusammenschlossen.
1976 wurde Aeritalia zu 100 % in den Staatsbesitz überführt. Das
Unternehmen baute wie schon Fiat die Lockheed F-104 in Lizenz und war an
der Entwicklung und am Bau der Kampfflugzeuge Tornado und AMX beteiligt.
Im zivilen Flugzeugbau war es lange Zeit ein Subunternehmer von
McDonnell Douglas und baute in Italien unter anderem Teile der
MD-80-Serie und der MD-11. Daneben produzierte man insbesondere nach der
Übernahme von McDonnell Douglas durch Boeing Teile der Boeing 767.
Im Jahr 1990 fusionierte Finmeccanica (heute Leonardo) Aeritalia mit dem
Rüstungselektronikunternehmen Selenia zu Alenia. Damit entstand Italiens
führender Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern. Im Lauf der Zeit wurden
einige Unternehmen in den Bereichen Raumfahrt und Elektrotechnik wieder
ausgegliedert. Alenia Aeronautica engagierte sich bei der Entwicklung
und beim Bau des Eurofighters und des Joint Strike Fighters sowie bei
der Neuauflage des Transportflugzeuges G.222, der Alenia C-27.
In das neue Unternehmen Alenia Aeronautica brachte Alenia nicht nur
seine laufenden militärischen Programme mit ein. Im zivilen Bereich
stellte es sowohl für Airbus als auch für Boeing Flugzeugkomponenten her,
unter anderem für die Boeing 787. Daneben baute Alenia zusammen mit EADS
(früher Aérospatiale) unter der Bezeichnung Avions de Transport Régional
(ATR) Regionalflugzeuge. Auch mit Dassault und Suchoi (Suchoi Superjet
100) gab es eine Zusammenarbeit.
Bereits 2005 übergab Finmeccanica Alenia Aeronautica die Führung von
Aermacchi.
Aermacchi
Die Gebrüder Giovanni und Agostino Macchi bauten in der zweiten Hälfte
des 19. Jahrhunderts Kutschen. Auch ihre Nachkommen blieben dem
Straßenverkehr verbunden: Giovanni, Giuseppe, Enrico und Giulio Macchi
gründeten am 19. Juni 1905 die Aktiengesellschaft Società Anonima
Fratelli Macchi. Das Unternehmen war zunächst vorwiegend im Eisenbahnbau
aktiv, von 1948 bis 1960 baute Macchi auch Motorräder.
Im Oktober 1912 veröffentlichte das italienische Kriegsministerium eine
Ausschreibung für neue Militärflugzeuge. Giulio Macchi gründete
daraufhin zusammen mit der französischen Société Anonyme des
Établissements Nieuport am 1. Mai 1913 in Varese bei Mailand die Firma
Società Anonima Nieuport-Macchi, die danach in Aeronautica Macchi
umbenannt wurde. Während des Ersten Weltkriegs spezialisierte sich
Macchi auf Flugboote. Einer der bekanntesten Typen dieser Zeit war die
Macchi M.5. Daneben wurden auch Landflugzeuge hergestellt, insbesondere
in Lizenz, darunter die Nieuport 11.
Kurz nach dem Krieg wurden bei Macchi militärische Flugzeuge in zivile
Typen umgerüstet, die für den Passagier- oder Frachttransport benutzt
werden konnten. Auch begann man mit der Herstellung von Rekordflugzeugen.
Die Entwicklung endete 1931 mit der Macchi MC.72, dem seinerzeit
schnellsten Flugzeug, das über 700 km/h erreichte. Chefentwickler war
Mario Castoldi, auf den auch die Typenbezeichnung MC zurückgeht.
Während des Zweiten Weltkrieges lieferte Aermacchi die Jagdflugzeuge
Macchi MC.200, MC.202 und MC.205, die von der italienischen Luftwaffe an
allen Fronten eingesetzt wurden, jedoch anfangs unter den verbauten
leistungsschwachen Sternmotoren litten.
Mitte der 1950er Jahre wurde die Wende zum Düsenflugzeug mit der
Aermacchi MB 326 eingeläutet. Dieser einmotorige Trainer, der ab 1961 an
die Truppe ausgeliefert wurde, war mit über 800 Exemplaren für zwölf
Kunden außerordentlich erfolgreich. Auch der Nachfolger, die Aermacchi
MB 339 wurde mit 200 Exemplaren und neun Kunden ein Geschäftserfolg und
wird heute noch produziert. Dieses Flugzeug ist in seinen neuesten
Versionen auch für die Ausbildung von angehenden Eurofighter-Piloten
geeignet. Künftig soll die Aermacchi M-346 die Reihe dieser Jettrainer
fortführen.
Aermacchi übernahm das Programm von SIAI-Marchetti und damit auch den
Erfolgstyp SF.260. Damit war Aermacchi in der Lage, für alle Phasen der
Pilotenausbildung ein entsprechendes Trainingsflugzeug anzubieten.
Flugzeuge
Von Macchi und nachfolgend Aermacchi gebaute Flugzeugtypen:
Macchi L.1 (Kopie des Flugbootes Lohner L.40, 1915 14 Maschinen gebaut)
Macchi L.2 (Verbesserte Version der L.1)
Macchi L.3 (später M.3 genannt, Überarbeitung der L.1/2; etwa 200 gebaut)
Macchi M.4 (letzte Version der L-Serie)
Macchi M.5 (Flugboot, 544 Exemplare gebaut)
Macchi M.6 (Version der M.5, Entwicklung abgebrochen)
Macchi M.7 (Version der M.5, nach Schweden, Brasilien und Argentinien
exportiert)
Macchi M.8 (Flugboot, 1917)
Macchi M.9 (Version der M.8)
Macchi M.12 (Flugboot, 1918)
Macchi M.14 (Jäger, 1918)
Macchi M.15 (Aufklärer, 1918)
Macchi M.16 (Reiseflugzeug, 1919)
Macchi M.17 (amphibisches Rennflugzeug, 1919)
Macchi M.18 (Flugboot für zivile und militärische Zwecke, auch an
Spanien und Portugal)
Macchi M.19 (Rennflugzeug, 1921)
Macchi M.20 (Version der M.16, auch als Wasserflugzeug, 1923)
Macchi M.24 (Flugboot für zivile und militärische Zwecke, auch an
Spanien, 1924)
Macchi M.26 (Prototyp)
Macchi M.33 (Rennflugzeug, 1925)
Macchi M.39 (Rennflugzeug, 1926)
Macchi M.40 (katapultgestartetes Seeflugzeug, 1928)
Macchi M.41 (M.41bis, M.71; Kampfflugboot, 1927)
Macchi M.52 (M.52R; Rennflugzeug, 1927)
Macchi M.53 (für Einsätze von U-Booten aus vorgesehen, 1928)
Macchi M.67 (Rennflugzeug)
Macchi M.70 (M.73; Reiseflugzeug)
Macchi M.71 (M.41)
Macchi MC.72 (Rennflugzeug, 1931)
Macchi M.77 (Aufklärungsflugboot, 1934)
Macchi MC.94 (Passagierflugboot, 1935)
Macchi MC.99 (Flugboot, 1 Exemplar, 1937)
Macchi MC.100 (Passagierflugboot, 1939)
Macchi MC.200 Saetta (Blitz)
Macchi MC.202 Folgore (Donnerschlag)
Macchi MC.205 Veltro (ital. für Jagd- oder Windhund)
Macchi MC.206 (Prototyp, Version der MC.205 mit mehr Spannweite und
einem DB 603)
Macchi MC.207 (Prototyp, Version der MC.205 mit vier 20-mm-Kanonen)
Aermacchi MB-308 (Sportflugzeug, 1946)
Aermacchi MB-320 (Geschäftsreiseflugzeug, 1949)
Aermacchi MB-323 (Schulflugzeug, 1951)
Aermacchi MB-326 (Jettrainer und Erdkampfflugzeug)
Aermacchi MB-339 (Jettrainer und Erdkampfflugzeug)
Aermacchi MB-340 (Jagdbomber-Entwurf, dann AM-X)
Aermacchi M-346 (Lead-in Fighter Trainer, mit Jakowlew)
Aermacchi M-211 (leichter Jettrainer, von SIAI-Marchetti übernommen)
Aermacchi M-311 (verbesserte S-211)
Aermacchi SF-260 (Anfängerschulflugzeug, von SIAI-Marchetti übernommen)
Aermacchi AL-60 (Verbindungs- und Beobachtungsflugzeug; an Mexiko,
Zentralafrika, Rhodesien, Kanada)
Aermacchi AM.3C (Verbindungs- und Beobachtungsflugzeug, 40 an Südafrika,
3 an Ruanda)
Lastkraftwagen
Ab 1905 wird Macchi auch als Lastkraftwagenhersteller genannt. Über
Dauer der Fertigung, Anzahl und Art der gebauten Fahrzeuge sowie deren
technische Daten ist nichts überliefert, möglicherweise blieb es bei
einem Einzelstück.
Motorräder
1948 begann Giulio Macchi in einem Zweigwerk in Mailand die Produktion
von Motorrädern. Erstes Modell war ein einfacher Typ mit einem
123-cm³-Zweitaktmotor, dem bald neue Maschinen mit OHV-Motoren folgten.
Am bekanntesten waren in Deutschland die Modelle Ala rossa, Ala blu, Ala
azzurra, Ala verde und Ala d'Oro mit liegendem Einzylindermotor mit 175
cm³ oder 250 cm³. Weitere Modelle waren der Zweizylinder Bicilindrica,
die Roller Cigno und Ghibli sowie das aus dem Ghibli entwickelte
Motorrad Monsone.
Mit den gleichen Motoren wurden auch die Modelle Chimera 175 und Chimera
250 (nur für Italien, kein Export) hergestellt, die zusätzlich eine
Vollverkleidung für den Motor hatten. In den 1960er-Jahren ging die
Motorradabteilung von Aermacchi in den Besitz von Harley-Davidson (siehe
z. B. Aermacchi Wisconsin) über. Die weitere Entwicklung von
Rennmaschinen mit Zweizylindermotoren für die 250-cm²-, 350-cm³- und
500-cm³-Klasse war sehr erfolgreich. Walter Villa wurde 1973 und 1974
Motorradweltmeister in der 250-cm²-Klasse auf solch einer Maschine. 1978
wurde das Werk an Cagiva verkauft.
Automobile
Das Unternehmen begann 1946 auch für kurze Zeit mit der Produktion von
Dreirädern, bei denen sich das einzelne Rad vorne befand. Für den
Antrieb sorgte ein Zweizylindermotor mit 750 cm³ Hubraum, der mit
Naphtha betrieben wurde und 25 PS (18,4 kW) leistete. Den Macchi MB1 gab
es als Personen- und Lieferwagen; später gab es auch Dieselversionen.
Vom 1963 vorgestellten Modell Gabry entstanden nur Prototypen. Zunächst
kam ein luftgekühlter Zweitaktmotor mit 150 cm³ zum Einsatz; der später
durch einen Zweizylindermotor ersetzt wurde. Der Motor war im Heck
montiert. Die Karosserie bestand aus Kunststoff und verfügte über
Schiebetüren.
Produktionsstandorte
Der Unternehmenssitz von Alenia Aermacchi befindet sich am
Werksflugplatz Venegono bei Varese, die Abteilung für Militärflugzeuge
in Turin und die für Zivilflugzeuge in Neapel. Produktionsstandorte
befinden sich unter anderem am Flughafen Turin (Eurofighter, C-27), am
Militärflugplatz Cameri (JSF), in Pomigliano d’Arco (ATR) und am
Flughafen Tarent (Boeing 787). Die Jettrainer werden in Venegono gebaut.
Aermacchi AM.3
(Aermacchi AM.3C)
Aermacchi AM.3
Typ - Aufklärungsflugzeug
Entwurfsland - Italien
Hersteller - Aermacchi
Erstflug - 12. Mai 1967
Stückzahl - >40
Die Aermacchi AM.3 ist ein vom italienischen Hersteller Aermacchi in
Zusammenarbeit mit der Firma Aerfer gebautes Flugzeug.
Historie
Jeder der beiden Kooperationspartner baute eine Vorserienmaschine, das
von Aermacchi gefertigte Exemplar startete am 12. Mai 1967 zum Erstflug,
die Maschine von Aerfer folgte am 22. August 1968.
Gebaut wurde die ursprünglich dreisitzige und als AM.3C bezeichnete
Maschine in der Hoffnung, dass sich das italienische Heer für diese
Maschine als Nachfolger der bisher als Beobachtungs- und
Verbindungsflugzeug eingesetzten Cessna L-19 entscheiden würde.
Ihrer Aufgabe entsprechend verfügt die Maschine über eine großflächige
Rundumverglasung. Zwei Besatzungsmitglieder finden im vorderen Teil der
Kabine nebeneinander Platz, die AM.3C verfügt über eine Doppelsteuerung.
Hinter den Vordersitzen befindet sich ein Einzelsitz, der jedoch
problemlos entfernt werden kann, um zusätzlichen Stauraum zu schaffen.
Letztendlich blieb jedoch zunächst der erhoffte Serienauftrag des
italienischen Militärs aus, da es sich für das Konkurrenzmodell
SIAI-Marchetti SM.1019 entschieden hatte.
Trotzdem wurde ein dritter Prototyp gefertigt, diesmal mit einem von
Piaggio in Lizenz gefertigten Lycoming-Boxermotor statt des Continental
GTSIO-520-C, der die beiden ersten Prototypen angetrieben hatte.
Im September 1970 kam es schließlich auf Grund einer Bestellung der
Luftwaffe Südafrikas zu einer Serienproduktion. Die Maschinen, speziell
für die Belange Südafrikas modifiziert, erhielten die Bezeichnung
Aermacchi AM.3CM „Bosbok“ (Buschbock). Diese Version waren Zweisitzer
mit serienmäßigen Vorrichtungen für Außenlasten, da die Bosbok auch als
leichtes Erdkampfflugzeug eingesetzt werden sollte. Insgesamt 40
Maschinen wurden bis Dezember 1975 ausgeliefert. Außerdem wurden drei
Aermacchi AM.3 an die Luftwaffe Ruandas geliefert.
Aufbau
Bei der Aermacchi AM3.C handelt es sich um einen einmotorigen Hochdecker
in Ganzmetallbauweise. Der Rumpf besteht in Gemischtbauweise aus teils
blechbeplankten, teils kunststoffverkleideten Chrom-Molybdän-Rohren. Die
durch Schnellverschlüsse mit dem Rumpf verbundenen Tragflächen werden
jeweils mit einer Strebe am Rumpf abgestützt, das Leitwerk ist
freitragend ausgeführt.
Das nicht einziehbare Fahrwerk besteht aus zwei öl-/luftgefederten
Stoßdämpfern und einem lenkbaren Heckspornrad.
Militärische Nutzer
1. Ruanda
2. Südafrika
Technische Daten
(Aermacchi AM.3C)
Kenngröße - Daten
Länge - 8,73 m
Höhe - 2,72 m
Flügelspannweite - 12,64 m
Flügelfläche - 20,26 m²
Leergewicht - 1.080 kg
Max. Fluggewicht (bewaffnet) - 1.700 kg
Antrieb - ein luftgekühlter Piaggio-Lycoming GSO-480B1B6
6-Zylinder-Boxermotor mit einer Leistung von 254 kW (345 PS)
Höchstgeschwindigkeit in ca. 2.450 m Höhe - 278 km/h
Reisegeschwindigkeit in ca. 2.450 m Höhe - 246 km/h
Reichweite - 990 km
Dienstgipfelhöhe - 8.400 m
Start-/Landestrecke - 85 m/66 m
Bewaffnung - Außenlasten bis 170 kg oder / zwei 7,62-mm-MG oder / eine
General Electric Minigun oder / sechs 70-mm-Raketen oder / eine
Panzerabwehrrakete oder / eine 113-kg-Bombe
Besatzung - max. 3
AMX International AMX
AMX Ghibli
Typ - Jagdbomber / Aufklärungsflugzeug
Entwurfsland - Italien / Brasilien
Hersteller - Aeritalia, dann Alenia / Aermacchi / Embraer
Erstflug - 15. Mai 1984
Indienststellung - 1989
Produktionszeit - 1986 bis 1999
Stückzahl - ca. 200
Die AMX ist ein strahlgetriebenes Kampfflugzeug, das im Rahmen eines
Joint-Ventures von den italienischen Unternehmen Aeritalia und Aermacchi
sowie dem brasilianischen Unternehmen Embraer entwickelt wurde.
Hauptsächlich wird diese Maschine als Bodenangriffs- und
Aufklärungsflugzeug eingesetzt. Die zweisitzige Trainerversion hat die
Bezeichnung AMX-T.
„AMX“ war ursprünglich eine Projektbezeichnung, die für Aeritalia Macchi
Experimental steht; die Abkürzung wurde dann vom Herstellerkonsortium
AMX International übernommen und für dessen Flugzeug beibehalten. Die
militärinternen Bezeichnungen lauten A-1 (Brasilien) und A-11 (Italien).
In Italien hat das Flugzeug auch den Namen Ghibli, nach dem
nordafrikanischen Wüstenwind Gibli.
Entwicklung
Im Jahr 1977 meldete die italienische Luftwaffe offiziell den Bedarf an
einem neuen leichten Kampfflugzeug an, das in der Rolle der
Luftnahunterstützung, der Aufklärung und der fortgeschrittenen
Pilotenausbildung die Fiat G.91 und zu einem gewissen Teil auch die
Lockheed F-104 ablösen sollte. Dieses neue Kampfflugzeug sollte auch den
Tornado ergänzen, insbesondere in Bereichen, in denen der Einsatz von
teuren und komplexen Kampfflugzeugen nicht unbedingt notwendig ist. Die
italienische Luftwaffe forderte zunächst insgesamt 238 Flugzeuge, davon
187 Einsitzer und 51 doppelsitzige Trainer. Aeritalia (heute Leonardo)
und Aermacchi begannen im April 1978 gemeinsam mit den
Entwicklungsarbeiten, in die nicht unerhebliche Teile der bisherigen
Erfahrungen mit dem Tornado einflossen. Aermacchis sehr guter Entwurf,
die zweistrahlige MB-340, war zuvor aus rein politischen Gründen nicht
zum Zug gekommen.
Im März 1981 einigten sich die Regierungen Italiens und Brasiliens auf
eine Kooperation beim Bau der AMX. Aeritalia (46,5 %), Aermacchi (23,8
%) und die brasilianische Embraer (29,7 %) bildeten das Konsortium „AMX
International“. Brasilien wollte sich mit diesem Engagement von
US-amerikanischer und französischer Abhängigkeit befreien. Auf
brasilianischen Druck hin wurden auch Rolls-Royce-Triebwerke für das
Flugzeug vorgesehen.
Der Erstflug des Prototyps A-01 MMX594 fand am 15. Mai 1984 bei Turin
statt. Beim fünften Testflug musste Testpilot Manlio Quarantelli wegen
eines Triebwerkproblems bei Turin notlanden und erlag dann seinen
Verletzungen. Die weitere Erprobung gestaltete sich jedoch recht
erfolgreich und brachte die hervorragenden Tiefflugeigenschaften der
Maschine ans Licht. Die Serienproduktion begann 1986, drei Jahre später
rüsteten die ersten italienischen und brasilianischen Staffeln auf die
AMX um.
Dienst in Italien
Auf Grund der grundlegenden Veränderungen der weltpolitischen Lage
beschränkte sich die italienische Luftwaffe Anfang der 1990er-Jahre auf
110 Einsitzer und 26 Zweisitzer, mit denen fliegende Einheiten in
Verona-Villafranca, Istrana, Rivolto und Amendola ausgerüstet wurden. In
der Folge nahm man die Maschinen des ersten Bauloses wegen technischer
Probleme aus dem Truppendienst; die restlichen Flugzeuge erhielten ein
Mid-Life-Update, das ihnen auch den Einsatz von lasergesteuerten Bomben
(GBU) ermöglicht. 2005 begann ein weiteres Modernisierungsprogramm (ACOL
- Adeguamento Capacità Operative e Logistiche), bei dem die Flugzeuge
bis 2009 außer verschiedenen Modifikationen an der Avionik (z. B.
Multifunktionsfarbbildschirme) auch die Möglichkeit zum Einsatz
GPS-gesteuerter Präzisionswaffen erhielten. In dieser ACOL-Version
blieben 42 einsitzige A-11B und 10 doppelsitzige TA-11B bei einem
Geschwader in Istrana und bei einer Erprobungsstelle in Pratica di Mare
im Einsatz. Ende 2016 wurden zwei der drei in Istrana verbliebenen
AMX-Staffeln aufgelöst. In Italien sollen die letzten AMX bis 2023 außer
Dienst gestellt werden.
Im Jahr 1999 flogen italienische AMX während des Kosovo-Kriegs vom
süditalienischen Amendola aus insgesamt 252 Kampfeinsätze. Keine
Maschine ging dabei verloren. Im weiteren Verlauf wurden AMX von Italien
auch in Afghanistan, in Libyen und im Irak eingesetzt.
In Italien gab es um die AMX immer wieder recht polemische Diskussionen.
Angesichts der Entwicklungskosten, der relativ geringen Stückzahlen und
industriepolitischer Kompromisse sei das gesamte Programm nicht
besonders kostengünstig gewesen. Die Fachpresse des Landes meinte
wiederholt, das Geld wäre besser in den Kauf zusätzlicher Tornados
investiert worden.
Dienst in Brasilien
In der brasilianischen Luftwaffe, Força Aérea Brasileira (FAB), wurden
neben der Flugversuchsstelle in São José dos Campos drei Staffeln, die
verschiedenen Gruppen, Grupo de Aviação (GAv), unterstanden, mit der AMX
ausgerüstet:
- 1º/16º GAv, Base Aérea de Santa Cruz (Rio de Janeiro)
- 1º/10º GAv, Base Aérea de Santa Maria (Santa Maria (Rio Grande do Sul))
- 3º/10º GAv, Base Aérea de Santa Maria
Von den ursprünglich geplanten 79 Maschinen stellte Brasilien insgesamt
56 Einsitzer, FAB-Bezeichnung A-1A, und 2 Doppelsitzer A-1B in Dienst.
Zunächst sollten ab 2007 insgesamt 43 A-1 modernisiert werden, das
Programm wurde aber letztendlich auf 11 A-1AM und 3 A-1BM Exemplare
zusammengestrichen. Bei einer Ausrüstung für Aufklärungsmissionen durch
die 3. Staffel der 10. Gruppe, wurden die AMX als RA-1A bzw. RA-1B
bezeichnet.
Nutzer
1. Brasilien: 53 Stück
2. Italien: 136 Stück
Venezuela bestellte 1999 8 AMX-ATA als Fortgeschrittenentrainer und
leichtes Kampfflugzeug, jedoch legte der US-Kongress sein Veto ein, da
die Maschinen auch US-Technologie enthielten.
Technische Daten
Kenngröße - Daten
Besatzung - 1
Länge - 13,23 m
Spannweite - 8,87 m
Tragfläche - ca. 21 m²
Flügelstreckung - 3,75
Tragflächenbelastung
minimal (Leermasse): 320 kg/m²
nominal (normale Startmasse): 512 kg/m²
maximal (max. Startmasse): 619 kg/m²
Höhe - 4,55 m
Leermasse - 6.730 kg
normale Startmasse - 10.750 kg
max. Startmasse - ca. 13.000 kg
Treibstoffkapazität - 3.440 l
Höchstgeschwindigkeit - 1.165 km/h
Marschgeschwindigkeit - ca. 950 km/h
Dienstgipfelhöhe - 13.500 m
max. Steigrate - 52 m/s
Einsatzradius - 900 km
Überführungsreichweite - 3.335 km
Triebwerk - ein Rolls-Royce Spey Mk. 807 mit ca. 49 kN Schub
Bewaffnung
Fest installierte Bewaffnung in der Bugnase
italienischer AMX
1 × 20-mm-Gatling-Maschinenkanone M61A1 Vulcan mit 350 Schuss Munition
brasilianischer AMX
2 × 30-mm-Revolver-Maschinenkanone DEFA 554 mit je 125 Schuss Munition
Außenlasten
Bewaffnung bis zu 3.800 kg an fünf externen Aufhängestationen an fünf
Aufhängungspunkten und den Tragflächenspitzen
Luft-Luft-Lenkwaffen
2 × wärmebildgesteuerte selbstsuchende Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkwaffe
Raytheon AIM-9L „Sidewinder“
2 × wärmebildgesteuerte selbstsuchende Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkwaffe
Mectron MAA-1 „Piranha“ / MAA-1B „Piranha II“
gelenkte Bomben
2 × GBU-16 „Paveway II“ (lasergelenkte 454-kg-Gleitbombe)
Freifallbomben
5 × Mk.82 (241-kg-Freifallbombe)
5 × Mk.83 (454-kg-Freifallbombe)
5 × SEI BA-102 (227-kg-Freifallbombe)
5 × SEI BA-103 (454-kg-Freifallbombe)
2 × 14-3-M2-Waffenträger mit 2 × 9 Thomson-Brandt BAT-120
(34-kg-Splitterbombe)
2 × 14-3-M2-Waffenträger mit 2 × 9 Thomson-Brandt BAP-100 (raketengetriebene
32,5-kg-Anti-Startbahn-Bombe)
Externe Behälter
2 × abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks mit 1000 Litern Kerosin
2 × abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks mit 2000 Litern Kerosin
Alenia Aermacchi M-346
Alenia Aermacchi M-346 Master
Typ - Schulflugzeug / Leichtes Erdkampfflugzeug / Mehrzweckkampfflugzeug
Entwurfsland - Italien
Hersteller - Leonardo
Erstflug - 15. Juli 2004
Indienststellung - 14. November 2011
Produktionszeit - Seit 2010 in Serienproduktion
Stückzahl - 68 (Stand: Ende 2018)
Die Alenia Aermacchi M-346 Master ist ein italienischer Strahltrainer
und Mehrzweckkampfflugzeug, das vom Luft- und Raumfahrt- sowie
Rüstungskonzern Leonardo gebaut wird.
Geschichte
In den Jahren 1993 bis 2000 führte Alenia Aermacchi zusammen mit dem
russischen Unternehmen Jakowlew als Partner das Jak/AEM-130-Programm
durch. Im Jahr 2000 wurde diese Partnerschaft beendet, da beide
Unternehmen unterschiedliche Vorstellungen über die Zukunft des
Programms hatten. Auf Basis der Jak/AEM-130 entstand bei Aermacchi die
vereinfachte M-346, die speziell für den westlichen Markt ausgelegt ist.
Russische Komponenten kommen nicht mehr zum Einbau.
Der erste Prototyp hatte sein Rollout am 7. Juni 2003 und flog erstmals
am 15. Juli 2004. Ein zweiter Prototyp wurde auf der Pariser
Luftfahrtschau 2005 ausgestellt.
Die M-346 nutzt modernste Technologien, einschließlich eines
Fly-by-Wire-Steuerungssystems, das Anstellwinkel von bis zu 40°
ermöglicht. Die beiden Turbofans vom Typ Honeywell/Avio F124 verleihen
der M-346 ein Schub-Gewicht-Verhältnis von bis zu 1:1.
Das erste Vorserienmodell LRIP00 hatte Anfang 2008 seinen Rollout und
flog am 7. Juli 2008 zum ersten Mal. Dieses Vorserienmodell enthält
zahlreiche Verbesserungen gegenüber den Prototypen. So wurde der Anteil
von Verbundwerkstoffen und Titan erhöht und die Flügelholme und
Rumpfspanten optimiert, wodurch die Leermasse um 700 kg reduziert werden
konnte. Weiterhin kommen ein neu entwickeltes Fahrwerk und eine um 90 cm
nach vorn verlegte Bremsklappe auf dem Rumpf zum Einsatz. Am 18.
Dezember 2008 erreichte der Prototyp CM X615 mit Mach 1,15 zum ersten
Mal Überschallgeschwindigkeit.
Produktion
Als erste lag eine Bestellung über den Kauf von sechs Maschinen für die
italienische Luftwaffe im Wert von 220 Mio. Euro und eine
Absichtserklärung für insgesamt 15 Maschinen vor. Die Auslieferung der
ersten beiden Maschinen erfolgte am 21. Dezember 2010, der Erstflug am
21. März 2011 in Venegono mit Testpilot Quirino Bucci am Steuer. Mitte
2011 erfolgte die Musterzulassung durch das italienische
Verteidigungsministerium. Die erste Maschine, die in der italienischen
Luftwaffe die Bezeichnung T-346A trägt, wurde am 14. November 2011
ausgeliefert. Die ersten sechs Exemplare gehen an ein
Ausbildungsgeschwader (61° Stormo) bei Lecce, wo sie als
Fortgeschrittenentrainer zusammen mit der kleineren Alenia Aermacchi
M-345 schrittweise die älteren Jettrainer vom Typ Aermacchi MB-339
ablösen sollen. Im Februar 2018 wurde die vorerst letzte von 18
Maschinen ausgeliefert. Die Flugzeuge werden auch zur Pilotenschulung
eingesetzt für Piloten aus Argentinien, Österreich, Frankreich,
Griechenland, Kuwait, den Niederlanden, Polen, Singapur, Spanien und den
USA.
Export
2011 begann der Bau von 12 Maschinen für Singapur. Israel gab am 16.
Februar 2012 den Kauf von 30 Maschinen des Typs M-346 Master bekannt;
sie ersetzen seit Mitte 2014 die überalterten Douglas
A-4-Trainingsflugzeuge der israelischen Luftwaffe und sind auf dem
Militärflugplatz Chazerim stationiert. Auch von den polnischen
Luftstreitkräften wurde der Typ eingeführt. Von etlichen anderen
Luftwaffen wird die M-346 derzeit geprüft, darunter auch von den
Österreichischen Luftstreitkräften. Gemeinsam mit Raytheon bewarb sich
die M-346 an dem T-X-Programm der United States Air Force, unterlag
jedoch dem Boeing T-7 Schulflugzeug.
Varianten
M-346AJT
Basis-Version zur Fortgeschritten-Ausbildung (Advanced Jet Trainer)
M-346FT
verbesserte Schul-Version zur Einsatz-Ausbildung (Fighter Trainer)
M-346FA
leichte Bodenangriffs-Variante für die Luftnahunterstützung (Fighter
Attack)
Technische Daten
Kenngröße - Daten
Besatzung - 2
Spannweite - 9,72 m
Länge - 11,49 m
Höhe - 4,76 m
Flügelfläche - 23,52 m²
Flügelstreckung - 4,0
Leermasse - 4625 kg
max. Startmasse - 9500 kg
Höchstgeschwindigkeit - 1083 km/h in 1520 m Höhe
Marschgeschwindigkeit - k. A.
Steiggeschwindigkeit - 107 m/s
Dienstgipfelhöhe - 13.700 m
Reichweite - 1890 km ohne Außentanks
Triebwerke - 2 × Honeywell F124-GA-200 mit je 27,80 kN Schub
Bewaffnung
Bewaffnung bis zu 3.000 kg an der Rumpfstation, sechs
Unterflügel-Laststationen und den beiden Tragflächenspitzen
Luft-Luft-Lenkwaffen
2 × LAU-7-Startschienen für je 1 × Raytheon AIM-9M „Sidewinder“
wärmebildgesteuert, selbstsuchend für Kurzstrecken
Luft-Boden-Lenkflugkörper
4 × LAU-117A-Startschienenträger für 1 × Raytheon AGM-65G2 „Maverick“ -
infrarotgelenkt
Ungelenkte Bomben
6 × SEI BA-102 (Mk.82 LDGP) (227-kg-/500-lb-Freifallbombe)
6 × SEI BA-103 (Mk.83 LDGP) (454-kg-/1000-lb-Freifallbombe)
Externe Behälter
3 × abwerfbare Zusatz-Treibstofftanks für 630 Liter Kerosin
Nutzer
Aserbaidschan
Aserbaidschanische Streitkräfte: 12 M-346FA (Bestellung geplant)
Griechenland
Griechische Luftstreitkräfte: 10 M-346AJT (Bestellung 2021 via Israel)
Israel
Israelische Luftstreitkräfte: 30 M-346AJT “Lavi” (geliefert 2014 bis
2016)
Italien
Aeronautica Militare: 18 T-346A AJT (geliefert 2011 bis 2018)
Katar
Qatar Emiri Air Force: 6 M-346AJT (Zulauf seit 2022)
Nigeria
Nigerianische Luftwaffe: 24 M-346FA (im Jahr 2021 bestellt)
Polen
Polnische Luftstreitkräfte: 16 M-346AJT “Bielik” (in Auslieferung seit
2016)
Singapur
Republic of Singapore Air Force: 12 M-346AJT
Turkmenistan
Turkmenische Luftstreitkräfte: 6 M-346FA/FT
Zwischenfälle
Am 18. November 2011 stürzte der erste Prototyp in den Vereinigten
Arabischen Emiraten beim Rückflug von der Dubai Air Show zur Heimatbasis
ab. Die Piloten konnten sich mit dem Schleudersitz retten.
Am 16. März 2022 stürzte ein Flugzeug diesen Typs bei einem Testflug vor
seiner Überstellung an die Italienische Luftwaffe in der Nähe des Comer
Sees ab. Einer der beiden Piloten verlor dabei das Leben.
Aermacchi MB-326
Aermacchi MB-326
Typ - leichtes Schul- und Kampfflugzeug
Entwurfsland - Italien
Hersteller - Aermacchi
Erstflug - 10. Dezember 1957
Indienststellung - Februar 1962
Produktionszeit - 1961-1975
Stückzahl - ~800
Die Aermacchi MB-326 war ein zweisitziger Strahltrainer des
italienischen Herstellers Aermacchi.
Geschichte
Im Jahre 1953 begann der Chefingenieur Ermanno Bazzocchi bei Aermacchi
mit der selbständigen Entwicklung eines leichten strahlgetriebenen
Ausbildungsflugzeuges, das auch als leichtes Kampfflugzeug Verwendung
finden sollte. 1954 wurde es der Regierung vorgestellt[1] und 1956
bestätigte die Luftwaffe Interesse am Projekt, nur mit der Modifikation
der ursprünglichen Twin-Cockpitauslegung (mit zwei Sitzen nebeneinander)
in ein Tandem-Cockpit mit Sitzen hintereinander, dies noch ohne die
später bei Ausbildungsflugzeugen übliche Erhöhung des zweiten Sitzes.
Am 10. Dezember 1957 startete der erste von zwei Prototypen, I-MAKI, mit
einem Turbojet-Triebwerk Viper-8 von Armstrong Siddeley mit 794 kp
Standschub zum Erstflug. Der zweite Prototyp I-MAHI war mit dem
stärkeren Viper-11 mit 1134 kp Standschub ausgestattet. Schon vor Ende
der Erprobung im März 1959 hatte Macchi einen Auftrag für 15 dieser
Maschinen erhalten, welcher schon im März 1960 auf 100 Flugzeuge
erweitert wurde. Im gleichen Jahr flog das erste Vorserien-Flugzeug mit
der definitiven Ausstattung und nach dem Beginn der Auslieferungen an
die Pilotenschule war im März 1962 die Flotte der MB-326 operationell.
Ursprünglich als Zweisitzer konzipiert, erkannte man später - mit
entsprechender Triebwerksausstattung - das Potenzial dieses Flugzeuges
als leichtes Kampfflugzeug. Die einsitzige Version MB-326K wurde in
Italien für den Export hergestellt. Südafrika fertigte diesen Typ als
Atlas Impala Mk 2 in erheblichen Stückzahlen in Lizenz.
Die MB-326 gilt als das erfolgreichste Modell der Firma Aermacchi und
wurde über 20 Jahre produziert. Eine Weiterentwicklung auf Basis der
MB-326 war die Aermacchi MB-339, die Ende der 1970er-Jahre in Dienst
gestellt wurde.
Bei der Aeronautica Militare war das Flugzeug sehr beliebt und die
Maschinen verblieben im Einsatz, bis 1990 ein Flugzeug, dessen Pilot
sich per Schleudersitz rettete, auf eine Schule stürzte. Die ganze
Flotte wurde unmittelbar gegroundet, auswärts gelandete Flugzeuge
durften nicht mehr zu ihrer Heimatbasis zurückfliegen. Die Maschinen
blieben jahrelang stehen, da nicht geklärt war, ob die Flugzeuge an das
Ausbildungskommando übergegangen waren, wem also die Flugzeuge überhaupt
gehörten, und wer sie somit verschrotten lassen könne.
Versionen
MB-326A
Diese Version war die erste Modifikation der Grundmodells, ausgelegt als
leichtes Erdkampfflugzeug und mit sechs Aufhängevorrichtungen für
diverse Waffensysteme, wie Bomben, Maschinenkanonen oder Raketenbehälter
ausgerüstet. In Serie gebaut wurde diese Version mangels Interesse der
italienischen Luftwaffe jedoch nicht.
MB-326B
Die MB-326B war eine leicht abgewandelte und speziell auf das
Anforderungsprofil der Luftwaffe Tunesiens für ein leichtes
Erdkampfflugzeug zugeschnittene MB-326A. Aermacchi lieferte acht
Maschinen dieses Typs aus.
MB-326D
Von dieser unbewaffneten Schulungsvariante für Alitalia wurden im Jahr
1963 vier Stück produziert.
MB-326E
Wie die MB-326G bzw. MB-326GB (siehe dort) war diese Version strukturell
verstärkt, aber noch nicht mit dem leistungsfähigeren Triebwerk der
G-Reihe ausgestattet. Sechs Maschinen dieser Reihe wurden neu gebaut,
weitere sechs Exemplare entstanden aus Umbauten älterer MB-326.
MB-326F
Die MB-326F war ähnlich wie die MB-326B ausgeführt, jedoch auf die
Anforderungen der Luftwaffe Ghanas zugeschnitten, die neun Flugzeuge
dieses Typs erhielt.
MB-326G
Bei der MB-326G handelte es sich um einen Prototyp, mit welchem eine
stärkere Rolls-Royce-Viper-540-Turbine getestet wurde. Der zusätzliche
Schub machte es erforderlich, die Zelle entsprechend zu verstärken. In
dieser verstärkten Version konnte die MB-326 annähernd die doppelte
Waffenlast des Ausgangsmusters tragen.
MB-326GB
Bei dieser Version handelte es sich um die Serienversion der 326G, von
welcher insgesamt 45 Exemplare an die Luftwaffen Argentiniens, Zaires
und Sambias geliefert worden sind.
MB-326H
Diese vollbewaffnete Version wurde für die australischen
Luftstreitkräfte entwickelt; 87 Maschinen erhielt die australische
Luftwaffe und 10 Exemplare die australischen Marineflieger. Die MB-326H
wurde teilweise von der Commonwealth Aircraft Corporation (CAC) aus von
Aermacchi gelieferten Teilen endmontiert, teilweise aber auch
vollständig im Rahmen eines Lizenzabkommens von dem australischen
Unternehmen gefertigt.
MB-326K/Atlas Impala Mk 2
Die MB-326K war die Einsitzerversion der MB-326, die entwickelt wurde,
nachdem man erkannt hatte, dass die Maschine bei Verwendung als
Erdkampfflugzeug in der Regel nur mit einem Besatzungsmitglied besetzt
sein würde. Um die MB-326 noch agiler zu machen, wurde der erste
Prototyp (Erstflug am 22. August 1970) dieser Version mit dem
Rolls-Royce Viper 540-Triebwerk ausgerüstet, das noch schubstärker als
das Viper 11 war. Der zweite Prototyp wurde dann mit dem Viper 632-71
als endgültiger Antriebsvariante ausgestattet und im Jahre 1971 ersten
Flugtests unterzogen.
Die MB-326K war stärker bewaffnet als ihr zweisitziges Pendant; im Bug
wurde eine elektrisch betätigte Zwillings-Maschinenkanone untergebracht,
die dort bei der zweisitzigen Version untergebrachten Geräte und
Munitionsbehälter sowie ein Zusatztank konnten bei dem Einsitzer an
Stelle des zweiten Sitzplatzes untergebracht werden. Die MB-326K konnte
nicht nur als Erdkampfflugzeug eingesetzt werden, sondern fand bei
entsprechender Ausstattung mit Kameras auch als Aufklärer oder mit
geeigneter Waffentechnik als Abfangjäger Verwendung.
Im Jahre 1974 fanden die MB-326K ihre ersten Käufer; drei Maschinen
wurden aus Dubai geordert, und weitere sieben Maschinen erhielt die
südafrikanische Luftwaffe. 1975 erhielt Südafrika weitere 15 Maschinen
in Teilen, die dort von der Atlas Aircraft Corporation montiert wurden.
Es folgte, wie schon bei dem Zweisitzer MB-326M, ein Lizenzabkommen
zwischen Aermacchi und Atlas über den Bau der MB-326K. Das Flugzeug
wurde in großer Stückzahl als Atlas Impala Mk 2 gefertigt, jedoch mit
modifizierter Avionikausrüstung und dem schwächeren Viper-540-Triebwerk.
Weitere bei Aermacchi gefertigte MB-326K wurden nach Ghana und Tunesien
verkauft. Interessant ist sicherlich, dass Aermacchi auf Grund der
beträchtlichen Abweichungen vom zweisitzigen Grundmuster anfänglich
beabsichtigte, diese Version als MB-336 zu bezeichnen; man sah jedoch
letztendlich davon ab.
MB-326L
Diese Version war eine Variante des Typs MB-326K, also mit dem
Viper-632-71-Triebwerk ausgestattet, aber in zweisitziger Ausführung.
Eine dieser mit Doppelsteuerung ausgestatteten Maschinen wurde an Dubai
ausgeliefert, vier weitere MB-326L erhielten die Luftstreitkräfte
Tunesiens.
MB-326M/Atlas Impala Mk 1
Die MB-326M wurde von Aermacchi für die südafrikanische Luftwaffe
entwickelt. 40 Stück dieses Modells wurden komplett montiert an
Südafrika geliefert und weitere 125 von dem südafrikanischen Unternehmen
Atlas Aircraft Corporation unter der Bezeichnung Atlas Impala Mk 1 aus
Teilen endmontiert bzw. komplett in Lizenz gebaut. Mit Waffenträgern
ausgestattet waren davon lediglich die vollständig in Südafrika gebauten
Exemplare.
MB-326O
Bei der MB-326O handelte es sich um eine unbewaffnete Version, die von
der italienischen Fluggesellschaft Alitalia zur Pilotenausbildung
bestellt wurde.
EMB 326GB Xavante
Die brasilianische Firma Embraer fertigte unter dieser Bezeichnung eine
große Anzahl der MB-326 in Lizenz für die Luftstreitkräfte Brasiliens,
Paraguays und Togos. Der Erstflug fand am 7. September 1971 statt. Bei
den brasilianischen Luftstreitkräften erhielt sie die Bezeichnung AT-26
und wurde 36 Jahre lang genutzt.
Von den 182 gebauten Xavantes erhielten die brasilianischen
Luftstreitkräfte 167 Exemplare, während 9 an Paraguay und 6 an Togo
geliefert wurden.
Nutzerstaaten
Argentinien (8 MB-326GB), Marine
Australien (97 MB-326H)
1. 87 Royal Australian Air Force
2. 10 Royal Australian Navy Fleet Air Arm
Brasilien (167 MB-326GC (AT-26 Xavante))
Dubai (3 MB-326K;1 MB-326L)
Ghana (9 MB-326F; 6 MB-326K)
Italien (4 MB-326D; 12 MB-326E)
Kamerun
1. 8 (L' Armée de l’Air du Cameroun)
Paraguay (10 EMB-326GBs/AT-26 Xavante)
Sambia (20 MB-326GB)
Südafrika
1. MB-326M (Impala Mk I)
- 40 Stück in Italien gebaut (Schulflugzeug, unbewaffnet)
- 125 Stück als Kit geliefert / in Lizenz gefertigt (bewaffnet)
2. MB-326K / Impala Mk II
- 7 Stück in Italien gebaut
- 15 Stück als Bausatz geliefert
- ca. 50 in Lizenz gefertigt
Togo (3 MB-326GC (AT-26 Xavante))
Tunesien (8 MB-326B; 4 MB-326L; 8 MB-326K)
Vereinigte Arabische Emirate (6)
Zaire (17 MB-326GB)
Technische Daten
Kenngröße - MB-326A, B, D, E, F, H, M - MB-326G, GB, H und M - MB-326K,
L
Besatzung - 2 - 2 - 1
Länge - 10,65 m - 10,67 m - 10,67 m
Spannweite (mit Flügelendtanks) - 10,56 m - 10,85 m - 10,85 m
Höhe - 3,72 m - 3,72 m - 3,72 m
Flügelfläche - 19,00 m² - 19,35 m² - 19,35 m²
Leermasse - 2618 kg (E) - 2685 kg (GB) - 3123 kg
max. Startmasse - 3765 kg - 4535 kg; 5226 kg mit Außenlasten - 5897 kg
Antrieb - ein Strahltriebwerk Rolls-Royce Viper 11-Mk 45 1134 kg Schub -
ein Strahltriebwerk Rolls-Royce Viper 20-Mk 45 1547 kg Schub - ein
Strahltriebwerk Rolls-Royce Viper 632-43 1814 kg Schub
Höchstgeschwindigkeit - 806 km/h in Meereshöhe - 867 km/h in Meereshöhe
(unbewaffnet) - 890 km/h in 1525 m Höhe (ohne Außenlasten)
Dienstgipfelhöhe - 12.500 m - 14.325 m (unbewaffnet), 11.900 m
(bewaffnet) - ?
Steigrate - 15,75 m/s (B, GB; bewaffnet) - 15,75 m/s (B, GB; bewaffnet)
- 33 m/s in Meereshöhe (unbewaffnet)
Reichweite - 1665 km mit max. Kraftstoffvorrat, 1850 km mit Zusatztanks
- 1665 km mit max. Kraftstoffvorrat, 1850 km mit Zusatztanks - 2130 km
mit Zusatztanks
Bewaffnung
Bewaffnung bis zu 1814 kg an sechs Außenlaststationen unter den beiden
Tragflächen
Luft-Luft-Lenkwaffen
2 × Raytheon AIM-9L „Sidewinder“ - wärmebildgesteuerte
selbstzielsuchende Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkwaffe
2 × Matra R.550 „Magic 1/2“ - wärmebildgesteuerte selbstzielsuchende
Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkwaffe
Luft-Boden-Lenkwaffen
1 × OTO Melara „Marte 2/A“ - Seezielflugkörper
Ungelenkte Bomben
4 × Mark 83 LDGP 454-kg-/1000-lb-Freifallbombe
6 × Mark 82 LDGP 241-kg-/500-lb-Freifallbombe
6 × Mark 81 LDGP 118-kg-/260-lb-Freifallbombe
6 × SAMP 81 AF 125-kg-Sprengbombe
6 × SAMP BL6/7 118-kg-Sprengbombe
6 × SAMP BL8/9/18 120-kg-Splitterbombe
6 × SAMP BL25/26 125-kg-Splitterbombe
4 × 14-3-M2-Waffenträger mit 4 × 9 Thomson-Brandt BAT-120
(34-kg-Splitterbombe)
4 × 14-3-M2-Waffenträger mit 4 × 9 Thomson-Brandt BAP-100
(32,5-kg-Anti-Startbahn-Bombe)
6 × 75-Gallonen Napalmbomben
Ungelenkte Luft-Boden-Raketen
6 × LAU-68A/G-Raketen-Rohrstartbehälter für je 7 × ungelenkte
Hydra-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 70 mm / 2,75 inch
6 × LAU-325G-Raketen-Rohrstartbehälter für je 7 × ungelenkte
Hydra-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 70 mm / 2,75 inch
6 × Matra 116M-Raketen-Rohrstartbehälter für je 19 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNEB; Kaliber 68 mm
6 × TBA 68-7-Raketen-Rohrstartbehälter für je 7 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNEB; Kaliber 68 mm
6 × Matra RL 181 Raketen-Rohrstartbehälter für je 18 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNEB; Kaliber 37 mm
6 × SNIA AL-18-80-Raketen-Rohrstartbehälter für je 12 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNIA-BPD; Kaliber 81 mm
6 × SNIA AL-25-50-Raketen-Rohrstartbehälter für je 25 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNIA-BPD; Kaliber 51 mm
6 × SNIA AL-18-50-Raketen-Rohrstartbehälter für je 18 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNIA-BPD; Kaliber 51 mm
6 × Bristol Aerospace LAU-5002-Raketen-Rohrstartbehälter für je 19 ×
ungelenkte Luft-Boden-Raketen CRV7; Kaliber 70 mm / 2,75 inch
4 × LAU-10A/A-Raketen-Rohrstartbehälter für je 4 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen Zuni; Kaliber 127 mm
4 × TBA 100-4 (F3)-Raketen-Rohrstartbehälter für je 4 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNEB; Kaliber 100 mm
Externe Behälter
4 × Zusatztank
6 × SUU-11A/A-Maschinengewehrbehälter mit je einem sechsläufigen
7,62-mm-Gatling-Maschinengewehr General Electric M134 mit je 1500 Schuss
Munition
4 × Macchi-Kanonenbehälter mit je 1 × 30-mm-Maschinenkanone DEFA 553 mit
je 120 Schuss Munition
4 × Macchi-Maschinengewehrbehälter mit je 1 × 12,7-mm-Maschinengewehr
AN/M-3 mit je 350 Schuss Munition
Sonstiges
Der Name verweist auf den Entwickler, dabei steht „M“ für Macchi und „B“
für den Chefentwickler Bazzocchi. Vor dem Strahltrainer war bei Macchi
ein anderes Flugzeug unter dem Namen MB-326 entworfen worden, dessen
Entwicklung jedoch nicht weiter verfolgt wurde.
Aermacchi MB-339
Aermacchi MB-339
Typ - Schulflugzeug / Leichtes Erdkampfflugzeug
Entwurfsland - Italien
Hersteller - Alenia Aermacchi
Erstflug - 12. August 1976
Indienststellung - 8. August 1979
Produktionszeit - Seit 1978 in Serienproduktion
Stückzahl - 235
Bei der Aermacchi MB-339 handelt es sich um ein strahlgetriebenes
Trainings- und leichtes Erdkampfflugzeug aus Italien. Die Maschine
basiert auf der verstärkten Zelle des Vorgängermusters Aermacchi MB-326
und weist unter anderem ein komplett neues Rumpfvorderstück auf. Der
Erstflug fand am 12. August 1976 statt. Die erste Maschine wurde am 8.
August 1979 der italienischen Luftwaffe übergeben. Internationale
Aufmerksamkeit erlangte der Typ durch den Einsatz in der italienischen
Kunstflugstaffel Frecce Tricolori. Auch beim Flugtagunglück von Ramstein
flogen die Frecce Tricolori dieses Baumuster. Bis in die 1980er-Jahre
hinein war die Aermacchi MB-339 das einzige Strahlflugzeug der Welt, das
Flugmanöver wie den Hammer Head, den Tailslide, den Crazy Flight oder
aber den Lomcovák perfekt fliegen konnte.
Einige Exemplare wurden auch an Argentinien und Peru geliefert. Die
bewaffnete Version MB-339K flog erstmals am 30. Mai 1980, es fand sich
aber kein Kunde.
Versionen
MB-339X
Bezeichnung für die zwei Prototypen.
MB-339A
originale Serienversion.
MB-339PAN
Version für Kunstflugteam Frecce Tricolori.
MB-339RM
Radio- und Radarkalibrationsversion.
MB-339AM
MB-339A, Version für Malaysia.
MB-339AN
MB-339A, Version für Nigeria.
MB-339AP
MB-339A, Version für Peru.
MB-339K Veltro II
Einsitzige Angriffsversion, Erstflug 1980.
MB-339B
Trainer mit stärkerem Triebwerk und größeren Tiptanks.
MB-339C
Version mit verbesserter Avionik.
MB-339CB
Version für Neuseeland (Waffentraining mit Laser- und Radarerkennung,
AIM-9L und AGM-65 Maverick).
MB-339CE
MB-339C, Version für Eritrea.
MB-339CM
MB-339C, Version für Malaysia mit erweiterter Avionik (Zielsimulation,
IFF, Notsender, Aufzeichnungssystem). Acht Stück im Jahr 2006 für
insgesamt 88 Mio. Euro bestellt. Der Erstflug erfolgte am 25. Dezember
2008. Die Ausbildung der Piloten erfolgt bei Aermacchi in Venegono
Inferiore.
MB-339CD
Version mit modernisierten Cockpit.
MB-339FD („Full Digital“)
Exportversion der MB-339CD.
MB-339 T-Bird II (Lockheed T-Bird II)
Version für U.S.-JPATS-Ausschreibung.
Militärische Nutzer
Argentinien: 10 MB-339A
Dubai: 7 MB-339A
Eritrea: 6 MB-339CE
Ghana: 4 MB-339A
Italien: 100 MB-339A, 30 MB-339CD, 11 MB-339PAN (Frecce Tricolori)
Malaysia: 13 MB-339AE, 8 MB-339CM
Neuseeland: 18 MB-339CB
Nigeria: 12 MB-339AF
Peru: 16 MB-339AP
Technische Daten MB-339K
Kenngröße - Daten
Antrieb - ein Rolls-Royce Viper MK632-43-Triebwerk mit 1815 kp / 17,8 kN
(Piaggio/Fiat-Lizenzbau)
Länge - 10,79 m
Spannweite (mit Tiptanks) - 10,86 m
Flügelfläche - 19,3 m²
Höhe - 3,99 m
Leermasse - 3175 kg
max. Startmasse - 5897 kg
Höchstgeschwindigkeit - 900 km/h
Reichweite - 1700-2200 km
Bewaffnung
...fest installierte Bewaffnung in den beiden Flügelwurzeln
2 × 30-mm-DEFA 553-Maschinenkanonen 125 Schuss Munition je Waffe
Bewaffnung bis zu 1815 kg an sechs Außenlaststationen unter den beiden
Tragflächen
Luft-Luft-Lenkwaffen
2 × Raytheon AIM-9L „Sidewinder“ - wärmebildgesteuerte
selbstzielsuchende Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkwaffe
2 × Matra R.550 „Magic 1/2“ - wärmebildgesteuerte selbstzielsuchende
Kurzstrecken-Luft-Luft-Lenkwaffe
Luft-Boden-Lenkwaffen
1 × OTO Melara „Marte 2/A“ - Seezielflugkörper
Ungelenkte Bomben
4 × Mark 83 LDGP 454-kg-/1000-lb-Freifallbombe
6 × Mark 82 LDGP 241-kg-/500-lb-Freifallbombe
6 × Mark 81 LDGP 118-kg-/260-lb-Freifallbombe
6 × SAMP 81 AF 125-kg-Sprengbombe
6 × SAMP BL6/7 118-kg-Sprengbombe
6 × SAMP BL8/9/18 120-kg-Splitterbombe
6 × SAMP BL25/26 125-kg-Splitterbombe
4 × 14-3-M2-Waffenträger mit 4 × 9 Thomson-Brandt BAT-120
(34-kg-Splitterbombe)
4 × 14-3-M2-Waffenträger mit 4 × 9 Thomson-Brandt BAP-100
(32,5-kg-Anti-Startbahn-Bombe)
Ungelenkte Luft-Boden-Raketen
6 × LAU-68A/G-Raketen-Rohrstartbehälter für je 7 × ungelenkte
Hydra-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 70 mm / 2,75 inch
6 × LAU-325G-Raketen-Rohrstartbehälter für je 7 × ungelenkte
Hydra-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 70 mm / 2,75 inch
6 × LAU-61/A-Raketen-Rohrstartbehälter für je 19 × ungelenkte
Hydra-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 70 mm / 2,75 inch
6 × Matra 116M-Raketen-Rohrstartbehälter für je 19 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNEB; Kaliber 68 mm
6 × TBA 68-7-Raketen-Rohrstartbehälter für je 7 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNEB; Kaliber 68 mm
6 × SNIA AL-18-80-Raketen-Rohrstartbehälter für je 12 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNIA-BPD; Kaliber 81 mm
6 × SNIA AL-25-50-Raketen-Rohrstartbehälter für je 25 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNIA-BPD; Kaliber 51 mm
6 × SNIA AL-18-50-Raketen-Rohrstartbehälter für je 18 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNIA-BPD; Kaliber 51 mm
6 × Bristol Aerospace LAU-5002-Raketen-Rohrstartbehälter für je 19 ×
ungelenkte Luft-Boden-Raketen CRV7; Kaliber 70 mm / 2,75 inch
4 × LAU-10A/A-Raketen-Rohrstartbehälter für je 4 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen Zuni; Kaliber 127 mm
4 × TBA 100-4 (F3)-Raketen-Rohrstartbehälter für je 4 × ungelenkte
Luft-Boden-Raketen SNEB; Kaliber 100 mm
Externe Behälter
4 × Zusatztank
6 × SUU-11A/A-Maschinengewehrbehälter mit je einem sechsläufigen
7,62-mm-Gatling-Maschinengewehr General Electric M134 mit je 1500 Schuss
Munition
4 × Macchi-Kanonenbehälter mit je 1 × 30-mm-Maschinenkanone DEFA 553 mit
je 120 Schuss Munition
4 × Macchi-Maschinengewehrbehälter mit je 1 × 12,7-mm-Maschinengewehr
AN/M-3 mit je 350 Schuss Munition
Alenia Aermacchi M-345
(Aermacchi S 211)
Aermacchi S-211
Typ - Trainingsflugzeug
Entwurfsland - Italien
Hersteller - Aermacchi
Erstflug - 10. April 1981
Stückzahl - ~60
Die Alenia Aermacchi M-345 ist ein Anfängerschulflugzeug mit
Mantelstromtriebwerk des italienischen Flugzeugherstellers Alenia
Aermacchi. Ursprünglich von SIAI-Marchetti entwickelt, trug es lange
Zeit die Bezeichnung S.211. 1997 wurde das Unternehmen von Aermacchi
übernommen und Letzteres 2006 von Alenia, weswegen das Modell
vorübergehend die Bezeichnung Alenia Aermacchi M-211 trug, nach einer
Überarbeitung dann M-311. Die Umbenennung in M-345 HET (High Efficiency
Trainer) erfolgte im Jahr 2012. Mit der neuen Bezeichnung hofft Alenia
Aermacchi, den kostengünstigen Anfängertrainer zusammen mit dem
Fortgeschrittenentrainer Alenia Aermacchi M-346 besser vermarkten zu
können.
Geschichte
Bei diesem Projekt handelte es sich um eine 1976 gestartete
Privatinitiative der Firma SIAI-Marchetti. Aufträge von der
italienischen Luftwaffe waren nicht zu erwarten, da diese ihre Aermacchi
MB-326 durch die überarbeitete MB-339 ersetzen wollte. Die preiswerte
und wenig wartungsaufwändige S-211 war ausschließlich für den Export
vorgesehen. Der Prototyp der S-211 startete am 10. April 1981 vom
Flughafen Mailand-Malpensa aus zu seinem Jungfernflug. Die Auslieferung
begann im November 1984 und dauerte bis Juli 1985. Insgesamt wurden
knapp 60 Maschinen bestellt: Singapur erhielt 30 Maschinen, von denen 24
vor Ort montiert wurden, die Philippinen erwarben 19 Flugzeuge, von
denen 15 eine örtliche Firma zusammenbaute. Haiti konnte seine vier
bestellten Flugzeuge nicht bezahlen. Sie gingen zusammen mit einigen
anderen an private Betreiber.
Die Maschine wird von Aermacchi in der überarbeiteten Version M-345HET
(High Efficiency Trainer) weiterhin angeboten, die etwas unterhalb der
Aermacchi MB-339 und des Nachfolgemodells Aermacchi M-346 angesiedelt
ist.
Militärische Nutzer
Die Luftstreitkräfte nachstehender Staaten stellten die S-211/M-345 in
Dienst:
1. Italien
Aeronautica Militare (AMI): 45 T-345A (Bezeichnung der AMI für die
M-345HET), Auslieferung seit 2020
2. Philippinen
Hukbóng Himpapawid ng Pilipinas (Luftstreitkräfte): 19 S-211
3. Singapur
Republic of Singapore Air Force: 30 S-211
Technische Daten
Kenngröße - SIAI-Marchetti S-211 - Alenia Aermacchi M-345
Besatzung - Flugschüler + Fluglehrer
Länge - 9,31 m - 9,85 m
Spannweite - 8,43 m - 8,47 m
Höhe - 3,80 m - 3,74 m
Dienstgipfelhöhe - 12.190 m - 12.190 m
max. Flugdauer ohne Reserven - 4 h - ?
Reichweite mit 2 Zusatztanks - ? - 1100 nm
Rüstmasse - 1650 kg - ?
max. Startmasse ohne ext. Ladung - 2500 kg - 3300 kg
max. externe Ladung - ? - 1400 kg
Höchstgeschwindigkeit - 665 km/h in 7620 m Höhe - 980 km/h
Triebwerke - Pratt & Whitney Canada JT15D-4C - Pratt & Whitney Canada
JT15D-5C
Triebwerksleistung - 1134 kp - 1600 kp
Aermacchi SF-260
Alenia Aermacchi SF-260
Typ - Trainingsflugzeug
Entwurfsland - Italien
Hersteller - SIAI-Marchetti / Aermacchi / Alenia Aermacchi / Leonardo
S.p.A.
Erstflug - 15. Juli 1964
Indienststellung - April 1966 (FAA-Zertifizierung)
Produktionszeit - 1966 bis heute
Stückzahl - 900+ (2012)
Die Alenia Aermacchi SF-260 (bis Januar 1997: SIAI-Marchetti SF.260) ist
ein italienisches einmotoriges Leichtflugzeug, das als Kunstflugmaschine
und militärisches Trainingsflugzeug verwendet wird. Es wurde von Stelio
Frati ursprünglich für Aviamilano entworfen.
Geschichte
In den frühen 1960er Jahren begann der italienische Flugzeugkonstrukteur
Stelio Frati mit der Arbeit an einem neuen dreisitzigen Entwurf für ein
kunstflugtaugliches Sport- und Reiseflugzeug.[4] Zusätzlich sollte es
neben Kunstflugfähigkeiten auch Flugeigenschaften besitzen, die den
damaligen Kampfflugzeugen ähnelten, um als Trainer für Militärpiloten
eingesetzt werden zu können. Das Konzept stützte sich stark auf Fratis
frühere Projekte, darunter den strahlgetriebenen Caproni Trento
F-5-Trainerprototyp und das zweisitzige Kunstflugzeug Aviamilano Falco.
Mit letzterem teilt sich die S.260 das Flügelprofil und Teile des
Strukturdesigns. Das geplante Flugzeug, das ursprünglich aufgrund der
Leistung seines Triebwerks als F.250 bezeichnet wurde, war Fratis erstes
Ganzmetallflugzeug.
Der Erstflug erfolgte durch Aviamilano am 15. Juli 1964. Im Anschluss
kaufte SIAI-Marchetti die Konstruktionsunterlagen und startete die
Serienproduktion unter eigener Firmierung. Schon bald nach
Produktionsbeginn erfreute sich die SF.260 bei Militärkunden großer
Nachfrage, da sie flexibel sowohl als Militärtrainer, oder, mit
Außenlastanschlüssen, als leichtes Bodenangriffsflugzeug verwendet
werden konnte. Dies führte dazu, dass zwischen 1964 und 1984 die
Mehrzahl der Kunden die Luftwaffen verschiedener Länder waren und wegen
der diesbezüglichen Auslastung der Produktion nur wenige Privatpiloten
die Gelegenheit hatten, das Flugzeug zu erwerben. 1997 wurde
SIAI-Marchetti durch Aermacchi und 2017 durch Leonardo übernommen,
welche die Produktion weiterführten. In den USA wurde das Flugzeug unter
dem Namen Waco Meteor vertrieben, hatte aber nichts mit der Firma Waco
zu tun. Die SF-260 wird bis heute als Militärtrainer, als Basis-Trainer
für den Instrumentenflug sowie für die Kunstflugschulung eingesetzt. In
den USA ist sie zudem ein beliebter Air-Combat-Fighter.
Konstruktion
Die SF.260 wurde als freitragender Tiefdecker mit einziehbarem
Bugradfahrwerk entwickelt. Das Flugzeug gilt wegen der sportlich
schlanken und harmonischen Linien als ästhetisch sehr gelungen, dennoch
ist es von seinen Eigenschaften her funktionell und weist ein
Jet-ähnliches Handling auf. Die Konstruktion wurde im Hinblick auf die
militärischen Nutzung als robust und qualitativ hochwertig ausgelegt. An
den Außenflächen wurden zur Reduktion des Luftwiderstandes zumeist
Senknieten verwendet. Die SF.260 verfügt über eine kompakte Struktur,
auch die Schwerpunkt- und Gewichtsverteilung ist ähnlich wie die eines
Jets. Die Maschine ist uneingeschränkt kunstflugtauglich und bis zu
einem Lastvielfachen von 6g bzw. −4g zugelassen. Im Vergleich zu
üblichen einmotorigen Flugzeugen mit Kolbenmotor verfügt die SF.260 über
ein überdurchschnittliches Leistungsgewicht. Wegen der geringen
Flügelfläche ist die Flächenbelastung vergleichsweise hoch.
Die ursprünglichen Varianten der SF.260 wurden durch einen Lycoming
O-540 mit 260 PS angetrieben. Die Standardmodelle verfügen über einen
herkömmlichen Vergaser, während spätere Modelle mit einem Einspritzer
ausgestattet sind. Die Motorisierung ermöglicht der SF.260
ausgezeichnete Flugleistungen mit hoher Steigrate und
Endgeschwindigkeit, gilt aber trotz des starken Motors und des großen
Propellerdurchmessers als relativ unempfindlich gegen gyroskopische
Effekte. In einem 1986 erschienenen Artikel im Flying-Magazin wurde die
SF.260 als „schnellstes in Produktion befindliche einmotoriges
Kolbenmotorfugzeug auf dem Markt“ beschrieben. Die SF-260 hält (Stand:
März 2020) nach wie vor die Geschwindigkeitsrekorde über 100 Kilometer
und über einen 1000-Kilometer-Rundkurs in ihrer Klasse.
Die SF.260 bietet Platz für einen Piloten und bis zu zwei Passagiere
(oder einen Piloten und einen Schüler in den Trainerversionen), denen
das großzügig verglaste Cockpit gute Sichtverhältnisse bietet. Der Pilot
sitzt, anders als bei den meisten Flugzeugen, im Regelfall auf der
rechten Cockpitseite, da Militärpiloten dazu ausgebildet werden, mit der
rechten Hand den Steuerknüppel und mit der linken Hand den im Jet links
befindlichen Quadranten für die Motorsteuerung zu bedienen.
Als voll kunstflugtaugliches Flugzeug verfügt die SF.260 über eine
präzise und schnell ansprechende Steuerung um alle drei Achsen. Das
Handling gilt als angenehm und ausgewogen, insbesondere wird das
Verhalten beim Strömungsabriss als gutmütig beschrieben. Letzteres wird
durch kleine an der Innenseite der Tiptanks angebrachte Leitflügel
erzielt, die den Luftstrom über den Tragflügelenden beschleunigen und so
umleiten, dass auch beim Strömungsabriss die Steuerbarkeit über die
Querruder gewährleistet ist. Eine relativ geringe Maximalgeschwindigkeit
für die Bedienung des Fahrwerks gilt als einziger größerer Kritikpunkt
des Musters. Die SF.260 verfügt über Platz für bis zu drei Personen und
hat vollgetankt eine Flugdauer von bis zu vier Stunden. Zur sicheren
Durchführung von Kunstflug darf die SF.260 maximal mit zwei Personen
besetzt sein, ebenso dürfen dann die Tiptanks nur geringe Mengen an
AvGas enthalten, was die Flugdauer bei Kunstflug auf 1,5 Stunden
limitiert.
Varianten
Das erste Modell, die SF.260A ging 1967 in Produktion und wurde bald
durch die SF.260B mit lediglich geringfügigen Änderungen ersetzt. Die
militärische Variante SF.260W Warrior hatte ihren Erstflug im Mai 1972.
1977 löste eine verbesserte Variante, bezeichnet als SF.260C, die
vorhergehenden Produktionsvarianten ab. Dieses Modell verfügt über
zahlreiche Verbesserungen, darunter neu gestaltete Tabs an den
Querrudern, einen verstärkten Flügel, ein neues Tragflächenprofil für
ein verbessertes Handling bei niedrigen Geschwindigkeiten sowie
vergrößerte Seiten- und Höhenruder. Die SF.260C wurde insbesondere
entwickelt, um durch eine stabilere Konstruktionsausführung die
militärischen Anforderungen und Spezifikationen besser erfüllen zu
können. Der nunmehr einzige strukturelle Unterschied zwischen der
zivilen SF.260C und ihrer bewaffneten Variante, der SF.260W Warrior, ist
die Montage von Außenlaststationen zum Anbringen von Zusatzausrüstung
bzw. Bewaffnung.
1980 erfolgte der Erstflug der SF.260TP Turboprop, die von einer Allison
250-B17D mit einer Leistung von 350 PS angetrieben wird. Diese Variante
wurde speziell für den Markt für militärische Trainer entwickelt. Im
August 1986 wurde die SF.260TP nach den FAR-Part-23-Anforderungen der
Federal Aviation Administration (FAA) zugelassen und kann somit auch von
zivilen Piloten erworben und genutzt werden.
1985 erschien die SF.260D, die serienmäßig mit Einspritzmotor und statt
des manuellen mit einem automatisierten Tanksystem ausgestattet wurde.
Im Jahr 2005 wurde der italienischen Luftwaffe eine Charge von 30
SF.260EA im Auftragswert von 33 Mio. EUR geliefert. Das Modell SF.260EA
wurde entwickelt, um die Anforderungen der italienischen Luftwaffe an
moderne Flugzeuge mit Kolbenmotor zu erfüllen, und wird seitdem für die
Pilotenauswahl und die anschließende Basisschulung der Militärpiloten
verwendet.
Aviamilano
F.250 - erster Prototyp 187 kW (250 PS) Lycoming O-540-AID
F.260 - zweiter Prototyp 194 kW (260 PS) Lycoming O-540-E4A5
SIAI Marchetti
SF.260: Produktionsversion der F.260
SF.260M: militärische Version mit verbesserter Aerodynamik
SF.260W Warrior: militärische Version mit Bewaffnung
SF-260B: Zivilversion der SF-260M (1974)
SF-260C: Zivilversion der SF-260B (1977)
SF-260TP: Turboprop-Version der SF-260C mit Allison 250-B17D (1980)
SF-260D: SF-260C mit Verbesserungen (1985)
SF-260E: erweiterte SF-260D für USAF-Ausschreibung und andere Luftwaffen
SF-260F: SF-260E mit Kraftstoffdirekteinspritzung
Alenia Aermacchi
SF-260EA: aktuelle Version mit Lycoming AEIO-540
SF-260TD: aktuelle Version mit Rolls-Royce Model 250 Turboprop (350 PS)
Anwender
Zivilversion
Mehr als 870 SF-260 wurden produziert, davon etwa 180 zivile Versionen.
Die meisten zivilen Flugzeuge haben Privatbesitzer, einige dienen bei
der belgischen Luftgesellschaft Sabena als Trainingsflugzeuge. Ebenso
wurden in jüngerer Zeit einige SF.260W aus Militärbeständen
demilitarisiert und zivil zugelassen.
Militärische Nutzer
Burkina Faso
Die Escadrille de Chasse (EdC - Fighting Squadron) in der Force Aérienne
de Burkina Faso (FABF – Burkina Faso Air Force) betreibt SF.260 mit den
Kennzeichen BF-8421 (s/n 049), BF-8424 (s/n 254), BF-8431 (s/n 116),
BF-8451 (s/n 206), BF-8477 (s/n 134) und BF-8479 (s/n 136); diese
Warrior-Varianten wurden 1986 über die Philippinen via Belgien bezogen,
und wurden durch vier weitere Neuflugzeuge, die direkt aus Italien
geliefert wurden, ergänzt. Bereits im gleichen Jahr kamen diese
Flugzeuge im Krieg um den Agacher Streifen gegen Mali zum Einsatz.
Libyen
Libyen ist einer der größten Betreiber der SF.260 mit insgesamt ca. 240
Einheiten, deren Endmontage teilweise in einer Fabrik nahe Tripolis
durchgeführt wurde. Wie viele SF.260WL insgesamt in Libyen im Einsatz
sind, ist nicht genau gesichert. Die Auslieferungen begannen 1977 oder
1978, allerdings gab es wegen eines US-Embargos Probleme, die für Libyen
gedachten Maschinen mit der vorgesehenen Avionik US-amerikanischer
Hersteller auszustatten. Als Ersatz wurde auf französische Instrumente
zurückgegriffen, was allerdings zu gewissen Lieferverzögerungen führte.
Es war ursprünglich beabsichtigt, die SF.260WL bei der libyschen Air
Force Academy nur für das Pilotentraining einzusetzen, allerdings wurden
die Maschinen auch zur Erdkampfunterstützung der Bodentruppen bei
Grenzkonflikten mit dem Tschad eingesetzt. Die libysche Regierung
unterstützte befreundete Staaten mit Waffen, und so wurden einige
SF.260WL an die Luftwaffen von Burkina Faso, Burundi, Nicaragua, Uganda
und möglicherweise auch andere Staaten abgegeben.
In den Jahren 2007 und 2008 führte Alenia Aermacchi gemeinsam mit der in
Tripolis beheimateten Libyan-Italian Advanced Technology bei 12
libyschen SF.260WL eine komplette Grundüberholung durch, die alle
Systeme inklusive Zellen, Motoren und Propeller betraf.
Im Bürgerkrieg in Libyen 2011, waren am 7. Mai 2011 mehrere SF.260WL an
der erfolgreichen Bombardierung von Treibstoffdepots im von den Rebellen
gehaltenen Misrata beteiligt. Der NATO gelang es nicht, die angreifenden
Flugzeuge abzufangen, obwohl diese sich in der zwei Monate zuvor
eingerichteten Flugverbotszone befanden.
Derzeit (Stand 2013) sind SF.260WL nach wie vor bei der neuen libyschen
Luftwaffe aktiv und werden für Patrouillenflüge sowie bei Angriffen
gegen Schmuggler im südlichen Grenzgebiet eingesetzt.
Philippinen
In den frühen 1970er-Jahren wurden 48 SF.260s (32 SF.260M; 16 SF.260W)
für die Philippine Air Force bestellt. Die ersten sechs kamen im Mai
1973 beim 100th Training Wing an der Fernando Air Base zur Auslieferung
und ersetzten die dort stationierten Beech T-34A Mentor.
Das 15th Strike Wing am Luftwaffenstützpunkt Sangley Point erhielt seine
SF.260W Warrior als Ergänzung zu den dortigen North American T-28
Trojan. Diese Maschinen kamen möglicherweise bei Kampfeinsätzen gegen
Rebellen im Süden der Philippinen zum Einsatz, Informationen darüber
gelten aber als nicht gesichert. 1980 wurden die verbliebenen Warriors
demilitarisiert und zum reinen Pilotentraining zur Fernando Air Base
überführt.
Am 31. Dezember 1991 wurde durch die Philippine Air Force ein Auftrag
zur Lieferung von 18 SF.260TP Turboprops unterzeichnet, die ältere
SF.260M/W beim Pilotentraining ersetzen sollten. Die erste dieser
SF.260TP wurde am 1. Juli 1993 auf den Philippinen registriert.
Unter dem Projektnamen "Project Layang" plante die Philippine Air Force
18 SF.260M/W auf den SF.260TP-Standard aufzurüsten, indem die
installierten Lycoming-Kolbenmotoren durch Turboprops Allison 250-B17D
ersetzt werden sollten. Ebenso wurde die Instrumentierung modernisiert.
Die erste modernisierte SF.260TP wurde 1996 in Dienst gestellt.
Bis April 2011 wurden weitere 18 neue SF.260F geliefert, deren
Endmontage bei Aerotech Industries Philippines durchgeführt wurde.
Sechs Warriors wurden 1986 via Belgien an Burkina Faso verkauft.
Tschad
Während des Konfliktes mit Libyen in den 1980er-Jahren informierte der
Tschad die vereinten Nationen, dass im Rahmen von Kampfhandlungen acht
SF.260WL der Libyschen Luftwaffe zerstört sowie neun weitere erbeutet
worden waren. Mindestens sechs der ehemals libyschen SF.260WL kamen
anschließend in der Luftwaffe des Tschad zum Einsatz. Möglicherweise
wurden einige der Maschinen in andere Länder verkauft, einige tauchten
angeblich sogar auf dem US-amerikanischen Zivilmarkt auf. 1988 waren
noch vier SF.260WLs einsatzfähig, zwei davon wurden ein Jahr später in
Frankreich überholt. 2006, während des Konfliktes zwischen dem Tschad
und dem Sudan wegen Darfur, stellte Libyen dem Tschad vier weitere
SF.260 samt Crews zur Verfügung. Eine dieser Maschinen wurde beim ersten
Einsatz durch Rebellen abgeschossen, wobei die Crew ums Leben kam.
Andere Länder
Äthiopien: Äthiopische Luftwaffe
Belgien: Belgische Luftkomponente
Brunei: Royal Brunei Air Wing
Burkina Faso
Burundi
Haiti
Indonesien: Indonesische Luftwaffe
Irland: Irish Air Corps
Italien: Aeronautica Militare
Komoren
Libyen
Marokko
Mauretanien: Luftwaffe
Mexiko: Mexikanische Luftwaffe
Myanmar
Nicaragua
Philippinen
Sambia
Simbabwe: Air Force of Zimbabwe
Singapur: Republic of Singapore Air Force
Somalia
Sri Lanka
Thailand: Royal Thai Air Force
Tschad
Tunesien
Türkei: Türkische Luftwaffe
Uganda
Uruguay: Fuerza Aérea Uruguaya
Vereinigte Arabische Emirate
Venezuela
Zaire
Technische Daten (SF-260C)
Kenngröße - Daten
Besatzung - 1
Passagiere - 2
Länge - 7,10 m
Spannweite - 8,35 m
Höhe - 2,41 m
Flügelfläche - 10,1 m²
Flügelstreckung - 6,9
Leermasse - 755 kg
Startmasse - 1200 kg
Steigrate - 546 m/min
Höchstgeschwindigkeit - 347 km/h
Dienstgipfelhöhe - 5790 m
Reichweite - 2050 km
Triebwerke - 1 × Lycoming O-540-E4A5, 195 kW (260 PS)
Bewaffnung
Maximal 300 kg Kampfmittel an zwei Außenlaststationen:
Ungelenkte Bomben
2 × SAMP 81 AF (125-kg-Sprengbombe)
2 × SAMP BL6/7 (118-kg-Sprengbombe)
2 × SAMP BL8/9/18 (120-kg-Splitterbombe)
2 × SAMP BL25/26 (125-kg-Splitterbombe)
2 × SAMP BL25/26 (125-kg-Splitterbombe)
2 × SAMP EU70 (50-kg-Sprengbombe)
2 × IT SA ALD-125 (120-kg-Sprengbombe)
2 × IT SA BIN-100 (100-kg-Napalmbombe)
2 × Expal BR 125 (125-kg-Sprengbombe)
2 × Expal BIN-100 (100-kg-Napalmbombe)
2 × Avibras AV BI-250 (71-kg-Napalmbombe)
Ungelenkte Luft-Boden-Raketen
2 × Abel-Startbehälter für 7 M75-Raketen (ungelenkte Rakete im Kaliber
75 mm)
2 × LAU-32-Raketen-Rohrstartbehältern für je 7 × ungelenkten
Hydra-Luft-Boden-Raketen; Kaliber 70-mm-Raketen / 2,75 inch
2 × TBA 68-7-Startbehälter für 7 SNEB-Raketen (ungelenkte Rakete im
Kaliber 68 mm)
2 × SINA HL-14-50-Startbehälter für 14 ARF/8M2-Raketen (ungelenkte
Rakete im Kaliber 51 mm)
2 × Typ 06.070-Startbehälter für 18 INTA S-9-Raketen (ungelenkte Rakete
im Kaliber 37 mm)
2 × TBA RL 181-Startbehälter für 18 SNEB-Raketen (ungelenkte Rakete im
Kaliber 37 mm)
2 × LM-37/7 Skyfire-Startbehälter 7 SBAT-37-Raketen (ungelenkte Rakete
im Kaliber 37 mm)
Externe Behälter
2 × Aerea SpA TGP-Maschinengewehrbehälter mit je 2 ×
7,62-mm-Maschinengewehren mit 1000 Schuss Munition
2 × SNIA MTP-Behälter mit je 1 × 12,7-mm-Maschinengewehr mit 250 Schuss
sowie je 6 × ungelenkte Luft-Boden-Raketen SNIA PBD 81; Kaliber 81 mm
2× F130-Smoke Pods für Flugvorführungen
Trivia
Im James-Bond-Film Ein Quantum Trost hat eine SF-260TP einen Auftritt
bei einem Luftkampf mit einer von James Bond geflogenen Douglas DC-3.
Liste der Flugzeugtypen des Herstellers Alenia Aermacchi
Renn- und Rekordflugzeuge: Macchi M.17 • Macchi M.19 • Macchi M.33 •
Macchi M.39 • Macchi M.52 • Macchi M.67 • Macchi-Castoldi M.C.72
Militärflugzeuge: Macchi L.1 • Macchi L.2 • Macchi M.3 • Macchi M.4 •
Macchi M.5 • Macchi M.6 • Macchi M.7 • Macchi M.8 • Macchi M.9 • Macchi
M.12 • Macchi M.14 • Macchi M.15 • Macchi M.16 • Macchi M.17 • Macchi
M.18 • Macchi M.19 • Macchi M.20 • Macchi M.24 • Macchi M.26 • Macchi
M.40 • Macchi M.41 • Macchi M.53 • Macchi M.71 • Macchi M.77 • Macchi
MC.99 • Macchi MC.200 • Macchi MC.202 • Macchi MC.205 • Macchi MC.206 •
Macchi MC.207 • Aermacchi MB-323 • Aermacchi MB-326 • Aermacchi MB-338 •
Aermacchi MB-339 • Aermacchi MB-340 • Aermacchi M-211 • Aermacchi M-290
• Aermacchi M-311 • Alenia Aermacchi M-345 • Alenia Aermacchi M-346 •
Aermacchi SF-260 • Aermacchi AL-60 • Aermacchi AM.3 • AMX International
AMX
Zivilflugzeuge: Macchi M.16 • Macchi M.18 • Macchi M.24 • Macchi M.70 •
Macchi MC.94 • Macchi MC.100 • Aermacchi MB-308 • Aermacchi MB-320 |